Projekt LAP 2015, Abschlußbericht

Projekt: „Dobberzin 2.0 – Heimat modern gestalten“
Der Dorfverein Dobberzin e.V. bewarb sich 2015 im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ um eine Förderung für sein Projekt: „Dobberzin 2.0 – Heimat modern gestalten“.
Ziele des Projektes waren:
–        Bessere Einbeziehung der jungen Neudobberziner in das Dorfleben
–        Durch eine interessante Kinderbetreuung neue Kontakte zwischen den Kindern und zwischen den Dobberzinern
–        Aufzeigen von Lebensgeschichten und erzeugen eines Verständnisses zwischen den Generationen
–        Beschäftigung mit der eigenen Identität und damit den eigenen Lebensentwurf in das Dorfleben einbringen
–        Vermitteln der Dorfgeschichte und Stärkung eines Heimatgefühles und einer Heimatgestaltung

Die Arbeiten begannen mit dem Zuwendungsbescheid vom 22.06.2015 und endeten zum Jahresende 2015.

Als Ergebnisse entstanden:

Situationsbericht zum Theaterprojekt als Teil des Gesamtprojektes zum LAP “Dobberzin 2.0 – Heimat modern Gestalten”
Dobberzin ist unter den 23 Gemeinden, die zur Stadt Angermünde gehören, einzigartig. Kein anderer Ort wird durch eine Bundesstraße in zwei Teile geteilt, in eine Nord- und Südseite. Die B 2 ist deshalb Fluch, aber auch Segen für Dobberzin. Während andere Orte den demographischen Wandel durch Wegzug deutlich zu spüren bekommen, profitiert Dobberzin vom Zuzug junger Familien mit Kindern. Dazu trug auch die kurze Entfernung mit einer stündlichen Busverbindung auf der B2 nach Angermünde und im Gegenverkehr nach Schwedt bei. Einer der Hauptgründe war aber die unmittelbare Lage des ausgewiesenen Bebauungsgebietes auf dem ehemaligen Gutshofgelände in Nähe zum Mündesee bzw. direkt am See. Damit ergab sich in den letzten10 Jahren für Dobberzin eine völlig neue Bevölkerungsstruktur. Auf der Nordseite der B2 leben viele Neudobberziner und die meisten Kinder, auf der Südseite die Alteingesessenen und nur wenige Kinder.
Um ein gut funktionierendes Dorfleben zu gestalten, in denen sich die Zugezogenen nicht nur wohlfühlen, sondern auch aktiv einbezogen werden, müssen Wege und Möglichkeiten gefunden werden um sie zu integrieren.
Ein Baustein in diesem Prozess war zweifelsohne die Teilnahme an diesem Förderprogramm. Sowohl das Theaterprojekt und die damit verbundene Fotodokumentation waren dafür hervorragend geeignet.
Schon bei der Gewinnung der kleinen “Schauspieler” stellte sich wieder mal heraus, dass sich die Kinder in einem so kleinen Dorf von nur rund 300 Einwohnern untereinander z.T. nicht kennen. So fiel die Zusage bei manchen auch sehr zögerlich aus. Von den 10 Kindern waren es 9 Zugezogene und nur 1 Junge einer Altdobberziner Familie. Der Wochenendworkshop zu Beginn des Projektes mit Übernachtung in den Vereinsräumen erwies sich als äußerst positiv für das gegenseitige Kennenlernen. Dies zeigte sich bereits bei der Nachtwanderung, der Lesenacht und der Mutprobe auf dem nächtlichen Friedhof, die übrigens dann auch im Theaterstück erwähnt wurde. Auch die gemeinsame Einnahme der Mahlzeiten verfehlte nicht seinen Zweck, dem besseren Kennenlernen und der Teambildung. Das wir aus der Riege der Alteingesessenen eine Dame und einen Herren für die Theatertruppe gewinnen konnten, stellte sich im Verlauf des gesamten Projektes als besonderer Glücksfall heraus. Glück hatten wir auch mit unserem Regisseur. Auf Grund einer Empfehlung der Theaterpädagogin der Uckermärkischen Bühnen Schwedt konnten wir dafür Herrn Oliver Hohlfeld gewinnen. Er konnte nicht nur die Kinder und Erwachsenen für die Proben begeistern, sondern bezog auch die Kinder als freier Autor in das Schreiben des Stückes mit ein. So konnte er 10 Kinder unterschiedlichen Alters von 8 bis 12 Jahren über viele Wochen am späten Nachmittag nach Schule und Training für das Theaterspiel begeistern. Deshalb war es auch nicht verwunderlich, dass alle durchhielten und sogar in den Ferien zur Probe kamen. Auch beim Schreiben des Stückes bewies Herr Hohlfeld viel Fingerspitzengefühl. Das Stück sollte für die Kinder spannend, deren Ideen enthalten und für die Zuschauer ortsbezogen sein. Das alte Gutshaus, dessen bevorstehender Abriss vor Monaten für viel Diskussion zwischen Alteingesessenen und einigen Neudobberzinern gesorgt hatte, steht im Mittelpunkt der Handlung. Die Suche nach einem verborgenen Schatz in den Kellergewölben der Gutsbesitzerfamilie von Buch aus der Ritterzeit bildete die Rahmenhandlung. Zwei rivalisierende Gruppen, eine aus 4 Mädchen bestehende Gruppe und einer angeblichen Zickenclique, besteht aus 2 Musterschülerinnen einer anderen Schule und von der anderen Straßenseite sind hinter dem Schatz des Ritter Joachim von Buch her. Er hat tatsächlich in Dobberzin gelebt und das Gut im Jahre 1631 für 14.000 Taler erworben. Im Verlauf der Handlung stellen die beiden Mädchengruppen fest, dass sie nur gegenseitige Vorurteile hegten. Jetzt gehen sie gemeinsam auf die Schatzsuche und treffen dabei auf ein Gaunerpärchen und dem Geist vom böswilligen Ritter Wolff bzw. den Gerippen von Ritter Johannes und Ritter Joachim. Synergieeffekte für das Zusammenwachsen der Dobberziner zeigten sich besonders in der Vorbereitungsphase für die drei geplanten Aufführungen. Über die Kinder erreichten wir auch die Mit- und Zusammenarbeit der Eltern bei der Beschaffung der Kostüme und dem Bau der Kulissen. Die Licht- und Tontechnik wurde von Dobberzinern installiert und während der Veranstaltungen betreut. Immer wieder mussten Absprachen zwischen Alt- und Neudobberzinern getroffen werden. Dass die Zusammenarbeit in vielerlei Hinsicht Früchte trägt zeigte sich auch an folgenden Beispielen. Als ich durch schwere Krankheit mitten aus der Probenarbeit gerissen wurde, übernahm Frau Neudeck ohne zu zögern meine Aufgaben und führte sie mit großem Erfolg zu Ende.
Die Früchte der Arbeit aller Beteiligten konnte man aber besonders bei den drei Vorstellungen miterleben. Mit z.T. tosendem Beifall honorierten 40 Senioren des Dorfes, 47 Eltern, Großeltern und Geschwister und 51 Alt- und Neudobberziner und deren Gäste die Leistungen der jungen und älteren “Schauspieler“ . Nach der letzten Vorstellung erhielten die Akteure als Erinnerungsgeschenk eine Tasse mit dem Bild vom alten Gutshaus, über dem gerade 2 Gespenster davon schweben.
Es soll nach dem Willen der Darsteller aber noch nicht die letzte Vorstellung gewesen sein. Wenn alles klappt, soll das Stück “ Spuk in Dobberzin “ auch bei den Schultheatertagen an den Uckermärkischen Bühnen 2016 noch einmal aufgeführt werden.
Außerdem äußerten die Kinder den Wunsch zum Einstudieren eines neuen Stückes im kommenden Schuljahr.
Die große Anzahl von Zuschauern ist sicherlich auch dem Aushang der professionell gestalteten Plakate und den Informationen in der Märkischen Oderzeitung über diesen Teil des Förderprogramms zuzuschreiben.
Abschließend können wir feststellen, dass dieses Teilprojekt ein voller Erfolg war.
Die dafür zur Verfügung gestellten finanziellen Mittel haben so zum Erreichen des Gesamtzieles maßgeblich beigetragen und wurden sachgerecht eingesetzt.

Klaus Kohlmay
Projektverantwortliche

Gutshaus Schrift

Video: “Spuk in Dobberzin”

 

 

 

Bilder zum Werdegang des Theaterprojektes:

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Sachbericht zum LAP-Projekt „Dobberzin 2.0-Heimat modern gestalten“,
Teilprojekt „Dokumentation und Fotoausstellung“

Teil 1: „Fotoausstellung zum 10-jährigen Bestehen des Dorfvereins Dobberzin e.V.“
Der Dorfverein Dobberzin e.V. ist der Gestalter des Dorflebens. Gerade das Dorffest zum 10-jährigem Bestehen des Dorfvereins zeigte die Verbundenheit der Dobberziner mit ihrem Dorf. Sie organisierten und gestalteten das Fest und waren bei allen Programmteilen selbst Akteure. Deshalb wurde dieses Beispiel des Zusammenwachsens und Zusammenlebens der jüngeren und älteren Generationen, sowie der Neudobberzinern und der Alteingesessenen zusätzlich als Fotoausstellung in das LAP-Projekt aufgenommen und anlässlich des traditionellen Herbstsingen in der Dorfkirche am 19.09.2015 gezeigt.
Das Bildmaterial über das Dorffest wurde von den Mitgliedern des Fotozirkels fotografiert, gesammelt, gesichtet, ausgewählt und für eine Fotoausstellung bearbeitet. Die Ausstellung besteht aus 46 Fotos in der Größe 30×20 cm. Die Aufnahmen sind jeweils oben und unten in dafür angefertigte Klemmleisten geschoben und mit Angelsehne in zwei Reihen aufgehängt. Die Benutzung von Klemmleisten gegenüber Bilderrahmen ist einfacher, preiswerter und hat den Vorteil, das Temperatur- und Feuchtigkeitsänderungen in der Kirche besser ausgeglichen werden können. Sie werden auch für weitere Ausstellungen verwendet.
Die Teilnehmerliste beinhaltet die 9 Mitglieder des Fotozirkels Dobberzin.

Bilder der Fotoausstellung:

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Teil 2: „Erarbeitung von Ausstellungstafeln für „Heimat bietet Heimat, die Geschichte von Dobberzin“ bzw. „Dobberzin – heute und früher“
Das oben genannte Teilprojekt wurde im Zeitraum vom 06.07.2015 bis 20.11.2015 erarbeitet. Zur Geschichte von Dobberzin erfolgten umfangreiche Recherchen im Heimatmuseum Angermünde, beim Heimatverein Angermünde und im Stadtarchiv. Durch zahlreiche Gespräche mit Dobberzinern konnten viele alte Fotos und Dokumente gesammelt und eingearbeitet werden. Die Geschichtstafeln beginnen mit den ältesten bisher um Dobberzin nachgewiesenen urgeschichtlichen Funden aus dem Jungpaläolithikum-Mesolithikum (10.000 bis 3.000 v.u.Z.), der Zeit der Jäger, Sammler und Fischer, über die erste urkundliche Erwähnung von Dobberzin 1354, die Geschichte der Kirche, die Entwicklung der Landwirtschaft und des Dorflebens vor und nach 1945, sowie vor und nach 1989. Ein besonderer Schwerpunkt ist das Dorfleben der jüngeren Zeit, das besonders vom Dorfverein geprägt ist. Die 15 Geschichtstafeln in der Größe 80×120 cm sind auf Leinwand mit Keilrahmen gedruckt, haben eine garantierte Haltbarkeit von 70 Jahren und sind in der Dorfkirche Dobberzin als ständige Ausstellung zu sehen.
Damit ist die Geschichte von Dobberzin anschaulich aufgearbeitet, digitalisiert und kann Grundlage einer umfangreicheren Dorfchronik werden.
Als weiteres Ergebnis könnte aus diesem Material ein Willkommensgruß des Ortsbeirates für Neudobberziner mit Kurzchronik, Hinweisen zum Dorfleben, zum Dorfverein Dobberzin e.V., zum Sportverein Grün-Weiß Dobberzin e.V. und zur Bungalowgemeinschaft Mündesee e.V. entstehen.

Bilder der Geschichtstafeln:

Geschichtstafel Dobberzin 01 u 02 Geschichtstafel Dobberzin 03 u 04 Geschichtstafel Dobberzin 05 u 06 Geschichtstafel Dobberzin 07 u 08 Geschichtstafel Dobberzin 09 u 10 Geschichtstafel Dobberzin 11 u 12 Geschichtstafel Dobberzin 13 u 14 Geschichtstafel Dobberzin 15 u 16

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Teil 3: „Interviews zum lebendigen Gemeinwesen“

Im Projektzeitraum wurden 6 Interviews mit Dobberziner Einwohnern durchgeführt. Themen zum Dorfleben waren

Gutshaus

Video: “Das alte Gutshaus in Dobberzin”

 

 

 

Klaus Bild Text

Video: “Vom Erholungssucher zum echten Dobberziner”

 

 

 

Pferdewette Bild Text

Video: “Eine ungewöhnliche Pferdewette”

 

 

 

HO Gartenarbeit Text

Video: “HO – Was war das?”

 

 

 

Martin Text

Video: “Dobberzin – eine gute Wahl”

 

 

 

Victoria Bild Text

Video: “Aufgewachsen in Dobberzin”

 

 

Damit wurden sehr unterschiedliche Lebensgeschichten und Lebenspläne von älteren und jüngeren Dobberzinern ausgewählt und aufgezeichnet. Mit der Vorbereitung der Interviews beschäftigten sich die Gesprächspartner mit der Problematik und sammelten Fotos und Dokumente. Marina Gaudeck, als echte Dobberzinerin und Kennerin des Dorflebens, bereitete die Fragen vor und führte die Gespräche. Diese Interviews von Zeitzeugen zeigen einen kleinen Ausschnitt aus dem Leben in den 1960-ziger, 70-ziger und 80-ziger Jahren und dem Heute in Dobberzin. Für Überraschung sorgte Victorias Vorschlag zu einer Gesprächsrunde des Ortsbeirates mit Kindern zu deren Sorgen und Wünschen.
Bemerkenswert war die Bereitschaft aller Akteure im Vorfeld und zur aktiven Mitarbeit bei den Interviews. Alle Beteiligten erhalten eine DVD ihres Interviews.
Die Teilnehmerlisten beinhalten 21 Personen. Die Interviewteilnehmer gaben ihr Einverständnis zur Veröffentlichung.
 
Schlussbetrachtung
Bei der Bearbeitung des Projektes „Dobberzin 2.0 – Heimat modern gestalten“ zeigte sich ein ineinandergreifen und gegenseitiges ergänzen der Themen, besonders beim Theaterprojekt „Spuk in Dobberzin“, dem Interview „Das alte Gutshaus in Dobberzin“ und der Geschichtstafel „Leben im Gutshaus“. Erarbeitete Details aus einem Teilprojekt flossen in andere Teilprojekte ein.
Generell muss gesagt werden, dass der tatsächliche Zeitaufwand, ein Vielfaches des geplanten wurde. Aber wichtig war allen Beteiligten das Ziel, zu zeigen, wie schön das Leben in Dobberzin war, ist und für alle noch besser werden könnte. Wichtig ist, dass alle, ob Neudobberziner oder Alteingesessene, miteinander an einem Strang ziehen. Das bessere Zueinanderkommen der Generationen wurde erreicht und ist Basis für die weitere Gestaltung des Dorflebens.
Alle erarbeiteten Ergebnisse sind digital erfasst und werden auf einer externen „Archiv-Festplatte Dobberzin“ gespeichert. Das Heimatmuseum Angermünde und der Verein für Heimatkunde Angermünde e.V. erhalten die Ergebnisse des Projektes zur Verwendung.

Wolfgang Neudeck
Teilprojektverantwortlicher
Dokumentation und Fotoausstellung