Presseveröffentlichungen

Daniela Windolff 27.10.2015 06:50 Uhr
Red. Uckermark, schwedt-red@moz.de

Brücke zwischen Neuen und Alten

Dobberzin (MOZ) Heimat modern gestalten” ist das Motto eines Projektes, mit dem der Dorfverein Dobberzin den Angermünder Ortsteil entwickeln und Generationen enger zusammenbringen will. Gefördert wird das Projekt über den Lokalen Aktionsplan im Rahmen des Bundesprogramms “Demokratie leben!”

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Neues Theaterprojekt: Oliver Hohlfeld leitet die jungen Laiendarsteller im Dobberziner Dorfverein an. Die Theatergruppe ist Teil des Förderprojektes im LAP Uckermark.

© Lars Leonhardt

http://dobberzin.de/dobberzin/vereine/dorfverein-dobberzin-e-v/arbeitsplan-2016

Das Gutshaus in Dobberzin soll abgerissen werden. Vielleicht birgt das alte Gemäuer einen geheimnisvollen Schatz, der dann zu Tage tritt? Für die Kinder des Dorfes beginnt ein spannendes Abenteuer, bei dem sie dem Geist von Ritter Joachim begegnen, in alten Tagebüchern über das Dorfleben von früher schmökern und eigene Freund- und Feindschaften auf die Probe stellen. Es ist eine fiktive Geschichte mit vielen Wahrheiten, die Paula, Jasmin, Victoria, Dominik und sechs weitere Dobberziner Kinder und bisher zwei Erwachsene derzeit für ein spannendes Theaterstück proben. “Spuk in Dobberzin” wird in der Vorweihnachtszeit Premiere haben und damit ein Förderprojekt krönen, mit dem sich der Dobberziner Dorfverein erfolgreich beim Lokalen Aktionsplan Uckermarkbeworben hatte.

“Unser Anliegen ist es, mit dem Theaterprojekt die Neuzugezogenen mehr in das Dorfleben zu integrieren. Über die Kinder gewinnt man auch die Eltern”, sagt Klaus Kohlmay, stellvertretender Vereinsvorsitzender. Als zu den Halloween-Umzügen immer mehr Kinder kamen und viele ältere Dobberziner verwundert fragten: “Sind das überhaupt Dobberziner?” hatten er und andere Vereinsmitglieder die Idee, die alten und die neuen Dobberziner, Junge und Alte zusammenzubringen, damit man sich im Dorf besser kennenlernt. “In der Dorfschule wurde früher immer Theater gespielt und das halbe Dorf kam da zusammen”, erinnert sich Klaus Kohlmay, der diese Form der aktiven Begegnung wieder neu beleben wollte und dafür einen Profi ins Boot holte. Gefördert wird das Projekt vom Bundesfamilienministerium über das Bundesprogramm “Demokratie leben”. Der erfahrene Theaterregisseur, Dramaturg und Autor Oliver Hohlfeld leitet die Dobberziner Laiengruppe an, die sich seit September einmal wöchentlich in den Vereinsräumen der ehemaligen Gaststätte trifft. “Es macht richtig viel Spaß miteinander”, schwärmt die zwölfjährige Paula, die sogar in den Ferien zum Proben kommt. Auch die zehnjährige Victoria ist begeistert dabei: “Es ist toll, dass wir uns die Geschichte mit ausdenken und unsere Rollen aussuchen durften”, erzählt sie.

Mit Oliver Hohlfeld nehmen die Dobberziner Darsteller auch Schauspieltraining, machen Erwärmungsspiele und basteln Requisiten und Kostüme für das Stück. “Ich bin begeistert, wie gut das hier von den Dobberzinern organisiert und mitgetragen wird. Da ist immer Betreuung von Erwachsenen dabei, werden Getränke bereit gestellt. Die Kinder können sich ganz liebevoll aufgehoben fühlen, das ist nicht überall selbstverständlich”, sagt Oliver Hohlfeld anerkennend, der schon viele Theaterprojekte auch für Kinder betreut hat.

Dass die Dobberziner so großen Anteil nehmen liegt wohl vor allem daran, dass es ein Projekt des Dorfvereins ist. Und der Dorfverein, das ist halb Dobberzin. 75 aktive Mitglieder zählt der Verein bei rund 270 Einwohnern im Ortsteil. Fotozirkel, Frauentreff, Tischtennis, die Dobbi-Singers, die Teen-Dancer und nun die Theatergruppe, dazu viele Veranstaltungen und Initiativen, vom Bootskorso bis zur Wiederherstellung der Kirchenglocke, reichen die Aktivitäten des Vereins, der das Herz der Dorfgemeinschaft ist. Dennoch wolle man noch mehr Einwohner einbeziehen. “Es gibt zahlreiche Ideen und Wünsche, wie ein Dorfleben aussehen sollte, das ältere Menschen, berufstätige Pendler, Kinder, Neu- und Altbürger und auch Touristen integriert”, sagt Lars Leonhardt vom Dorfverein. Mit dem geförderten LAP-Projekt, zu dem neben der Theatergruppe auch eine Foto- und Geschichtsdokumentation über das Dorfleben früher und heute gehört, die derzeit federführend von Wolfgang Neudeck erarbeitet und auf modernen Fotoleinwandtafeln gedruckt wird, will der Dorfverein auch neue Anreize schaffen, wie der Generationenwechsel funktionieren kann und sich Dobberzin auch aus eigener Kraft zu einem lebendigen, modernen Ortsteil entwickeln kann. Das sei gemeint mit dem Slogan des Projektes: Heimat modern gestalten.

Daniela Windolff 04.08.2015 03:45 Uhr
Red. Uckermark, schwedt-red@moz.deLichterspektakel auf dem Mündesee

Angermünde (MOZ) In ein funkelndes Lichtermeer verwandelte sich Samstagabend der Angermünde Mündesee. Bereits zum 6. Mal fand hier ein großer Lampionkorso als publikumswirksames Sommerspektakel statt.

Lampionfahrt

Spiegelspiele: Funkelnde Boote und ein riesiger Vollmond spiegeln sich auf dem Mündesee. Viele Anlieger beteiligten sich mit liebevoll geschmückten Fahrzeugen an der Lichterfahrt.© Marleis Markgraf-Beise

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Venedig hat die Gondeln, der Spreewald seine Kähne und der Angermünde Mündesee einmal im Jahr seine Lampionboote. Alles, was irgendwie schwimmtauglich war, wurde zum diesjährigen Lichterspektakel fantasievioll beleuchtet zu Wasser gelassen: vom großen Motorboot, über Ruderkähne, Schlauchboote, Kanus bis zum aufblasbaren Badekrokodil. Rund 50 Wassergefährte verwandelten den Mündesee am Sonnabend in ein grandios funkelndes Lichtermeer und Hunderte Besucher verfolgten das faszinierende Spektakel. Viel hatten sich schon lange vor Sonnenuntergang entlang der Seepromenade eingefunden, um sich einen guten Aussichtsplatz zu sichern. Auf der Seebrücke, auf Stegen und an jedem freien Uferstück versammelten sich Schaulustige. Manche machten es sich auf Picknickdecken oder Campingstühlen gemütlich. In den Restaurants blieb kaum ein Platz leer. Das Café Seeblick hatte sein Areal in eine große Partymeile mit Biergarten und Bühne verwandelt, wo bis in die Nacht beim Lampiontanz gefeiert wurde.

Was 2009 als kleine Idee von Dobberziner Gartenfreunden mit drei Booten begann, hat sich mit Unterstützung des Dobberziner Dorfvereins, dem Café Seeblick, vielen Anliegern am Mündesee und Sponsoren zu einem Spektakel gemausert, das immer mehr Mitstreiter und immer mehr Besucher begeistert und zu einer touristischen Sommerattraktion werden könnte.

Als sich langsam die Sonne neigte und, als wäre er zum Lichterfest bestellt, ein riesiger Vollmond wie ein aufgeblasener Lampion über dem Mündesee aufstieg, tauchten die ersten Lichterboote aus der Dämmerung und ließen mit Hupen, Tröten, Böllerschüssen und Leuchtraketen die Spannung steigen. Langsam glitten sie am Ufer entlang, jedes einzelne jubelnd von den Schaulustigen begrüßt, bis sich schließlich zu später Stunde eine ganze Armada vor dem Café Seeblick versammelte und ein Feuerwerk “Es ist überwältigend, diese Stimmung mitzuerleben”, schwärmte Christin Friebel aus Lüdersdorf. Sie war zum ersten Mal dabei und hat ist ihrer Freundin Michelle Debetz aus Angermünde selbst im mit Lichterketten illuminierten Gummi-Kajak über den See gepaddelt. “Im nächsten Jahr machen wir auf jeden Fall wieder mit! Vom Wasser aus ist es noch schöner.”

Dietmar Rietz 23.06.2015 20:45 Uhr – Aktualisiert 23.06.2015 20:18 Uhr

Die zweite Glocke ist endlich da

Angermünde (MOZ) Bis sie wieder läutet, wird es noch bis zum 19. September dauern. Aber die zweite Glocke für die Kirche in Dobberzin ist bereits in Angermünde angekommen. Am Dienstag nahmen sie die Vertreter des Dorfvereins auf dem Gelände der Euba Logistic in Angermünde in Augenschein.

 

Klingt gut: Die neue Glocke für die Dorfkirche Dobberzin ist in Angermünde angekommen. Euba-Logistic-Chef Ronald Garkisch zeigt sie nach der Ankunft Klaus Kohlmay und Wolfgang Neudeck vom Dorfverein Dobberzin, der sie in Maria Laach gießen ließ.

© MOZ

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Rund 750 Kilometer hat die neue, die zweite Glocke für die Dorfkirche Dobberzin aus den Kunstwerkstätten in Maria Laach bis nach Angermünde zurückgelegt. Sie wiegt 218 Kilogramm. Am unteren Rand hat sie einen Durchmesser von fast 70 Zentimetern. Die Südseite ziert die Aufschrift “Friede auf Erden”. Auf der Nordseite ist erhaben “Dorfverein Dobberzin 2015” zu lesen und das Firmenlogo der Kunstwerkstätten Maria Laach zu sehen.

Klaus Neudeck und André Kohlmay vom Dorfverein Dobberzin sind sichtlich gerührt, als sie am Dienstag die Glocke auf dem Hof des Angermünder Speditionsunternehmens in Augenschein nehmen. Der Projektbeauftragte Wolfgang Neudeck klopft mit dem Fingerknöchel an die Glocke, um den Klang zu prüfen. “Das Glockenläuten ist etwas Herrliches”, begründet er den Einsatz für die zweite Glocke, “es vermittelt eine tiefe Verbundenheit der Dobberziner mit ihrem Dorf.”

Seit 2011 arbeitet der Verein an dem Projekt “Turmuhr-Stundenschlag-Glockenläuten-neue Glocke Dorfkirche”. Im Kirchturm der denkmalgeschützen Feldsteinkirche wurde bereits eine funkgesteuerte Turmuhr eingebaut. Am 1. Dezember 2013 war offiziell wieder der erste Stundenschlag des Glockenläutens im Dorf zu hören. “Für unsere Fahrer ist es die einzige öffentliche Uhr auf der Straße nach Schwedt”, ergänzt Ronald Garkisch.

In Absprache mit dem Angermünder Pfarrer André Wiethölter wird die neue Glocke anlässlich des Herbstsingens in Dobberzin geweiht. Am 19. September ab 14 Uhr lädt der Dorfverein dazu in die Kirche ein. “Das Fest endet mit einem gemütlichen Beisammensein auf dem Kirchvorplatz”, verrät Klaus Kohlmay.

Steinmetz Matthias Martius wird in den nächsten Tagen die Glocke mit Spezialausrüstung in den Kirchturm heben. Das alte Glockenjoch in der Dorfkirche war übrigens ausgebaut und von einer Berliner Firma aufgearbeitet worden. Die Klöppel für die neue Glocke hat die Firma Glocken-Schmidt nach Angaben der Kunstwerkstätten Maria Laach geschmiedet und wird sie in die Glocke einbauen. Der Einbau der Klöppel und der Anschluss für das elektrische Läuten erfolgt voraussichtlich in den Monaten Juli/August.

Das gesamte Projekt kostete etwas mehr als 21000 Euro. Allein hätte der Verein die finanzielle Last des Glockenprojekts nicht stemmen können. Deshalb hat er sich Partner gesucht. Unterstützt wurden die Dobberziner dabei von der Kirchengemeinde Sankt Annen, der Bürgerstiftung der Sparkasse Uckermark, der Stiftung Maßwerk Berlin, dem Förderkreis Alte Kirchen, der Stadtverwaltung Angermünde und regionalen Firmen mit Herz sowie Kleinspenden von Bürgern. Die Dobberziner selbst spendeten mehr als 5000 Euro und erbrachten Eigenleistungen im Wert von rund 2000 Euro, um die Kirche wieder mit einer zweiten Glocke auszustatten.

Oliver Schwers 08.04.2015 05:45 Uhr
Red. Uckermark, schwedt-red@moz.de

Sorgen um Gutshaus-Pläne

Dobberzin (MOZ) Viele Jahre stand es leer – jetzt soll es neu bebaut werden. Das sogenannte Gutshaus von Dobberzin macht derzeit einen schlechten Eindruck. Den Anwohnern ist jedoch die geplante Bebauung eine Nummer zu groß. Der Investor hat einen Kompromiss vorgeschlagen.

Beste Lage, aber bislang immer noch leer: Das sogenannte Gutshaus in Dobberzin hat einen Interessenten gefunden, der das Areal am Mündesee entwickeln will. Geplant sind auch mehrere Bungalows zwischen dem Gebäude und dem Uferbereich.  

Beste Lage, aber bislang immer noch leer: Das sogenannte Gutshaus in Dobberzin hat einen Interessenten gefunden, der das Areal am Mündesee entwickeln will. Geplant sind auch mehrere Bungalows zwischen dem Gebäude und dem Uferbereich.Bauherr, Angermünder Stadtverwaltung und auch der Dobberziner Ortsbeirat sind sich in einer Sache einig: Der Schandfleck muss verschwinden. Entweder durch Sanierung der alten Bausubstanz oder durch einen Neubau an gleicher Stelle. Denn in dem mittlerweile bebauten Eigenheimgebiet mit seiner unverwechselbaren Lage am Mündesee stört das kaputte Gebäude. Es befindet sich ausgerechnet am eigentlich besten Standort des gesamten Areals.Allerdings tun sich die Dobberziner mit den Bebauungsplänen etwas schwer. Denn der Investor, der das Grundstück mit Seeblick erworben hat, will das neue Gebäude erhöhen und auch noch zwischen See und Haupthaus in zweiter Reihe bauen.”Für die hiesige Entwicklung ist uns die Bebauung etwas zu groß”, fasst Ortsvorsteher Marco Neuber die Bedenken aus einer öffentlichen Sitzung mit Einwohnern und Investor zusammen. “Viele Anwohner haben höchstens aus der Zeitung erfahren, dass der Bebauungsplan ausliegt. Erst langsam setzt sich bei den Betroffenen die Ansicht durch, dass das Wohnprojekt zu hoch ist. Wir wünschen uns etwas mehr Fingerspitzengefühl.” Von derzeit etwa 9,5 Meter wächst das Gebäude auf später zwölf Meter. Außerdem ist die Rede von mehreren Bungalows in zweiter Reihe. “Viele haben mit der Ansicht ein Problem, weil die umstehenden Häuser viel kleiner sind”, so Marco Neuber. “Außerdem befürchtet man zu viele Wohneinheiten auf dem Areal.” Es handele sich immerhin um die repräsentativste Stelle im ganzen Dorf.Bei mehreren Aussprachen zu dem Thema hat der Ortsbeirat immer wieder kundgetan, dass er grundsätzlich eine Entwicklung auf dem Gelände befürwortet. Man wolle sie nicht verhindern. Allerdings habe es auch Verwunderung gegeben, weil bislang bei der Interessentensuche für das leer stehende Objekt immer von einer Sanierung gesprochen worden sei.Der Investor zeigte seinerseits Entgegenkommen und verringerte die Zahl der Bungalows von vier auf drei, obwohl die Bauweise eigentlich nicht einmal Bestandteil eines öffentlichen Bebauungsplanes ist. Ende März fand nun eine zweite öffentliche Ortsbeiratssitzung zum Gutshaus statt. Dabei hat sich das Gremium mit einer Ja-Stimme und zwei Enthaltungen doch für die Änderung des Bebauungsplanes ausgesprochen. Jetzt soll die Stadtverordnetenversammlung darüber entscheiden. Man geht davon aus, dass der Bebauungsplan danach erneut öffentlich ausgelegt wird. Auch dann können Bürger und Anwohner nochmals ihre Bedenken oder Meinungen zu dem Bauvorhaben äußern. So wurden bereits Befürchtungen über wachsenden Verkehr laut. Einige Meinungen hat der Ortsbeirat auf der Internetseite www.dobberzin.de veröffentlicht.Im Rathaus ist man um eine einvernehmliche Lösung in dieser Sache bemüht. “Dobberzin hat sich positiv verändert”, so Bürgermeister Wolfgang Krakow auf der jüngsten Bauausschusssitzung. “Der Wohnungsbaustandort hat eine gute Entwicklung genommen. Und Dobberzin ist eines der wenigen Dörfer, das wächst.” Grundsätzlich kann der Ortsbeirat keine Entscheidung treffen, muss aber vor einem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung gehört werden. Durch die Debatte könne ein Riss in der Gemeinde entstehen, äußerte Marco Neuber voller Sorge im Bauausschuss. Dies müsse auf jeden Fall verhindert werden, da viele Dobberziner bislang mit eigener Kraft den Ort unterstützen und auch sauber halten.Aufgrund des geringer werdenden Angebots an freien Bauplätzen auf dem Eigenheimgebiet sucht die Stadt bereits nach Möglichkeiten für ein neues. Nach Auskunft der Bauverwaltung habe man bereits einige konkrete Standorte besichtigt. Bevor jedoch ein Gebiet öffentlich gemacht werden soll, müssten die Eigentumsverhältnisse geklärt und die Eigentümer informiert werden.

Kerstin Unger 03.11.2014 06:35 Uhr – Aktualisiert 03.11.2014 06:36 Uhr
Red. Uckermark, schwedt-red@moz.de

Treffen der Kürbisschnitzer

Angermünde (MOZ) Der von den Dobberzinern selbst hergerichtete Platz vor der Kirche ist der ultimative Treffpunkt für Freiluftveranstaltungen im Ortsteil. Er wird auch übers Jahr so oft es geht bevölkert. So wie am Freitag, als der Dorfverein zum Halloweenfest eingeladen hatte. Das gehört zu den vielen traditionellen Veranstaltungen, die der Verein seit seiner Gründung vor zehn Jahren organisiert. Und wieder einmal schlüpfte der stellvertretende Vereinsvorsitzende Klaus Kohlmay in sein Kürbiskostüm, um die kleinen und großen Dobberziner zum Kürbisschnitzen zu animieren. Das Bearbeiten der großen Herbstfrüchte ist jedes Mal der Auftakt des Festes. Schon prima vorgearbeitet hatte Familie Lenz. Vater Steffen vollendete als erster sein kunstvolles Werk mit einer extra angeschafften filigranen Kürbisschnitzsäge, assistiert von den Töchtern, der fast zweijährigen Felicitas und der neunjährigen Victoria.

Prachtexemplar fertig: Familien kamen auf den Platz vor der Kirche und schnitzten Kürbisse zum Halloween-Auftakt. Klaus Kohlmay vom Dorfverein war selbst als Kürbis verkleidet.  

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Prachtexemplar fertig: Familien kamen auf den Platz vor der Kirche und schnitzten Kürbisse zum Halloween-Auftakt. Klaus Kohlmay vom Dorfverein war selbst als Kürbis verkleidet.Alle fertigen und mit Kerzen beleuchteten Kunstwerke wurden auf der Friedhofsmauer platziert, bevor die Kinder von Haus zu Haus zogen und Süßigkeiten abholten. “Wir wechseln jährlich die Dorfseiten”, erzählte Klaus Kohlmay. Diesmal waren die Bewohner der Kirchenseite die Spender. Die Einwohner auf der Mündeseeseite blieben verschont.Mit einem Lagerfeuer, in dem Wurst auf Stöcken gebraten werden konnte, endete der aufregende Nachmittag in Dobberzin.Die nächste Veranstaltungen werden die Rentnerweihnachtsfeier und das Weihnachtssingen sein. Immerhin sind acht Dobberziner bei dem Angermündern Stadtsängern aktiv.

 

Daniela Windolff 28.12.2013 06:45 Uhr
Red. Uckermark, schwedt-red@moz.de

Gemeinschaftsanlage für Urnenbestattung

Angermünde/Dobberzin (MOZ) Auf dem Kirchfriedhof im Ortsteil Dobberzin wurde in diesem Jahr die erste Urnengemeinschaftsanlage der Kirchengemeinde St. Annen Crussow errichtet. Neben der Dorfkirche bietet ein kleines Rasenstück Platz für Urnenbestattungen. Auf einem großen Findling, der auf dem Rasen aufgestellt wurde, werden kleine Schildchen mit den Namen der Verstorbenen angebracht. Der Rasen wird im Zuge der Pflegearbeiten auf dem Kirchhof gemäht. Damit wurde einem lange gehegten Wunsch vieler Einwohner nach einer pflegeleichten und auch kostengünstigen Stätte für Beisetzungen entsprochen. Vor allem ältere Menschen machen sich zunehmend Gedanken über die Pflege von Gräbern auf den Friedhöfen, weil die Familien heute oft weit auseinandergezogen leben. Kinder und Enkel ziehen weg. Die Alten bleiben oft allein zurück. Wer soll sich um die pflege- und kostenintensiven Grabstätten auf den Friedhöfen kümmern, wenn Angehörige nicht mehr vor Ort sind oder es gar keine gibt?So wurde auch in Angermünde der Wunsch von älteren Bürgern nach einer Gemeinschaftsanlage für Urnenbestattungen an den Stadtverordneten Olaf Theiß herangetragen, der das Anliegen in die Stadtverordnetenversammlung brachte. Das Thema ist in vielen Kommunen aktuell. Angesichts der demografischen Entwicklung ändert sich auch die Begräbniskultur. In einigen Städten gibt es auch anonyme Grabstätten bzw. Alternativen zum klassischen Friedhof wie Waldfriedhöfe, z. B. in Eberswalde oder Templin. Auch Angermünde will sich mit den sich verändernden Bedürfnissen auseinandersetzen. Der Friedhof böte ausreichend Platz.

Red. Uckermark, schwedt-red@moz.de, D Windolff 02.12.2013

Glockenläuten per Fernbedienung

Dobberzin (MOZ) Die Dobberziner haben wieder Zeit, geschenkte Zeit. Seit Sonntag schlägt die Turmuhr nach vielen Jahren des Schweigens wieder weithin hörbar die Stunde an. Auf Initiative des Dorfvereins erhielt die Kirche ein modernes elektronisches Läutewerk mit Zeitschaltuhr, finanziert aus Spenden.

  Wolfgang Neudeck in der Dobberziner Dorfkirche

http://dobberzin.de/dobberzin/vereine/dorfverein-dobberzin-e-v/arbeitsplan-2016

Es ist Musik in den Ohren der Dobberziner. Mit einem Knopfdruck in der Hosentasche setzte Wolfgang Neudeck wie von Zauberhand am 1. Advent das Turmuhrglockenläuten in Betrieb, die Fernbedienung ersetzt fortan das mühsame Ziehen am Glockenseil. Die Technik ist modern. Die Zeitanzeige ganz traditionell: mit Stundenschlag und weithin sichtbarer analoger Turmuhr mitten im Dorf. So haben es sich die Dobberziner gewünscht. In Zeiten von Smartphone und Funkwecker, Rastlosigkeit und Flüchtigkeit ist die Sehnsucht nach Vertrautheit und Beständigkeit, nach sichtbarer Zeit, nach Zeit zum Innehalten und Wahrnehmen groß. Der Glockenschlag der Turmuhr ist für viele das schönste Geschenk. Ein Geschenk, das sie sich selbst gemacht haben. Die Kirche hat ein modernes elektrisches Läutwerk und eine funktionsfähige Turmuhr mit vier neuen Zifferblättern. Ganz automatisch schlägt die Uhr nun stündlich von 8 Uhr morgens bis 20 Uhr am Advent und läutet um 12 Uhr zur Mittagszeit, um 18 Uhr zum Feierabend, sowie zu Gottesdiensten und Feiertagen. Ein kleiner Schaltkasten in einem Nebenraum der Kirche ist das eigentliche Herzstück der Uhr. Hier lässt sich das Schlag- und Läutewerk der Glocke vorprogrammieren. Sogar das Silvesterläuten ist bereits eingestellt.Um Mitternacht begrüßt die Dobberziner Dorfglocke mit hellem Klang ganz zuverlässig das neue Jahr, ohne dass jemand in die Kirche eilen und am Seil ziehen muss.Neben dem Uhr- und Läutewerk soll auch die zweite Kirchenglocke wieder hergestellt werden. Sie wurde im ersten Weltkrieg eingeschmolzen, um daraus Kanonen zu gießen. In einer Glockengießerei soll die Glocke für Dobberzin nach altem Vorbild wieder neu gegossen werden. “2011 haben wir mit dem Projekt begonnen und Spenden gesammelt”, berichtet Wolfgang Neudeck. Er ist der Vorsitzende des rührigen Dobberziner Dorfvereins und “Drahtzieher” des ehrgeizigen Turmuhr-Stundenschlag-Glockenprojektes.Neben Projektbeschreibungen, Konzepten und Planungen musste vor allem das nötige Geld beschafft werden. Fördermittelanträge und Bittbriefe wurden geschrieben, Spendensammlungen und Benefizkonzerte organisiert, das Vorhaben musste koordiniert und betreut werden. Es ist geschafft. Rund 14 000 Euro sind zusammengekommen. Davon sind 1800 Euro Eigenleistungen der Dorfbewohner. Rund ein Drittel der Kosten hat die Kirchengemeinde St. Annen übernommen. Immerhin 5100 Euro sind bei privaten Spendensammlungen im Dorf zusammengekommen. Firmen aus dem Dorf und Umgebung, wie die Agrar GmbH und die Metallbaufirma IAB Pinnow haben das Spendenkonto gefüllt. Die Dobberziner Firma TAE hat die gesamte Elektroverkabelung gesponsert. Die Angermünder Stadtsänger gaben ein Benefizkonzert zugunsten des Turmuhrprojektes in der Kirche. Die Bürgerstiftung der Sparkasse Uckermark, die Stiftung Maßwerk und der Förderverein Alte Kirchen Berlin-Brandenburg haben Fördermittel bereit gestellt. “Es ist ein Gemeinschaftswerk, an dem ganz viele Unterstützer und Helfer beteiligt sind”, dankte Wolfgang Neudeck im Namen aller Dobberziner.Das erste Glockenläuten war für die Dobberziner ein bewegender Moment. Der Dorfverein nutzte dafür das traditionelle Adventssingen in der Kirche am 1. Advent. Stimmungsvoller hätte die Weihnachtszeit nicht eingeläutet werden können. Auf die zweite Glocke müssen die Dobberziner jedoch noch etwas warten. Dafür reicht das Geld nicht mehr. Das elektronische Zeitschaltwerk ist jedoch schon für zwei Glocken ausgelegt. Doch der bisherige Erfolg des Projektes macht zuversichtlich und geduldig, dass auch weiter Spenden gesammelt werden.Nun sollen noch die Bäume um die Kirche etwas beschnitten werden, damit die Uhr überall zu sehen ist. Die Genehmigung liegt vor. “Wir suchen dafür jedoch noch eine Hubbühne, die man uns günstig zur Verfügung stellt”, meint Wolfgang Neudeck. Auch das wird sich finden.

Daniela Windolff 09.09.2013 21:00 Uhr
Red. Uckermark, schwedt-red@moz.de

Chorgesang und Glockenklang

Angermünde (MOZ) Wunderschöne Männerstimmen erhoben sich für ein Glockengeläut in der Dobberziner Dorfkirche. Die Angermünder Stadtsänger unter der Leitung von Siegfried Soldan gaben am Wochenende ein Benefizkonzert, dessen Erlös sie für das ehrgeizige Kirchturmuhr- und Glockenprojekt in Dobberzin spenden. Dort engagieren sich der Dorfverein und die Kirchengemeinde seit einigen Jahren dafür, dass die denkmalgeschützte Feldsteinkirche wieder wie früher eine Turmuhr mit Glockenschlag bekommt. Im Ersten Weltkrieg wurde eine der beiden Kirchturmglocken für Kriegszwecke eingeschmolzen. Nun soll eine neue Glocke gegossen und ein elektrisches Läutwerk installiert werden. Das Projekt finanziert sich ausschließlich aus Spenden. Dazu sollte nun auch das Benefizkonzert der Stadtsänger dienen. Immerhin sind sieben Mitglieder des Männerchors Dobberziner und daher besonders mit dem Ortsteil, der Dorfkirche und dem ehrenamtlichen Projekt verbunden. Sie hatten die Idee zu diesem Konzert, das zudem in der wunderschönen Martinskirche zu hören war, die sonst eher selten zu öffentlichen Veranstaltungen genutzt wird und von der selbstständigen evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde kostenlos zur Verfügung gestellt wurde. “Das Konzert war ein Ohrenschmaus. Durch die gute Akustik der Kirche kamen die Männerstimmen voll zur Wirkung. Leider war der Besucheransturm wegen der vielen im Umland stattfindenden Veranstaltungen nicht so groß wie gedacht, doch die Zuhörer erfreuten sich an den mit Bedacht ausgewählten Liedern und dankten mit viel Applaus”, resümierte Wolfgang Neudeck vom Dobberziner Dorfverein.

  Viele Stimmen vor wenig Publikum: Die Angermünder Stadtsänger gaben am Sonnabend in der Martinskirche ein Benefizkonzert.

http://dobberzin.de/dobberzin/vereine/dorfverein-dobberzin-e-v/arbeitsplan-2016

Nächste Gelegenheit, für das Projekt zu spenden, bietet sich bereits am 21. September. Dann lädt der Dorfverein um 15 Uhr zum Herbstsingen in die Dobberziner Kirche ein.Insgesamt werden rund 22 000 Euro benötigt. Rund 3000 Euro fehlen noch. Da zählt jede noch so kleine Spende. Noch im Herbst soll die neue Glocke gegossen werden.

Daniela Windolff 07.08.2013 21:08 Uhr
Red. Uckermark, schwedt-red@moz.de

Glockenläuten über Dobberzin

Dobberzin (MOZ) Der Dorfverein Dobberzin ist in der Bußgeldliste Brandenburger Gerichte aufgeführt. Jedoch nicht auf der Sünderseite, sondern als potenzieller Nutznießer. Darin aufgenommene gemeinnützige Vereine erhalten aus Bußgeldern von Verurteilten Zuschüsse für Projekte. Die Dobberziner wollen dieses Geld in ihre Dorfkirche stecken.

  Kirchturm ohne Uhr: Das soll sich ändern.

In Dobberzin ist die Zeit stehen geblieben. Nicht, dass die Einwohner des kleinen Angermünder Ortsteiles verschlafen und von gestern wären, im Gegenteil: Hier ist in den vergangenen Jahren durch Vereine und großen Gemeinschaftssinn sehr viel bewegt worden. Stehen geblieben ist die Kirchturmuhr. Seit über 150 Jahren kann man an der Dobberziner Dorfkirche weder sehen, noch hören, was die Stunde geschlagen hat. Schon 1834 vermerkte die Kirchenvisitation: “Ferner wurde festgestellt, dass eine Kirchturmuhr vorhanden, aber nicht in Betrieb ist.” 1917 hat die Kirche eine ihrer beiden Glocken für den Krieg eingebüßt.Nachdem bereits in den vergangenen Jahren der mittelalterliche Feldsteinbau umfassend saniert, der Vorplatz neu gestaltet und die Kirche auch als dörfliches Kulturzentrum nutzbar gemacht wurden, will der Dorfverein nun gemeinsam mit der Gemeinde der denkmalgeschützten Kirche Turmuhr und Glockenschlag und damit quasi ihr Herz zurückgeben. Sie haben ein Projekt mit dem bezeichnenden Namen “Turmuhr-Stundenschlag-Glockenläuten-neue Glocke Dorfkirche Dobberzin” auf den Weg gebracht. In dem Wortbandwurm ist alles enthalten, was die engagierten Dobberziner vorhaben.”Wir wollen damit unserer Kirche ein Stück von ihrem alten Glanz wiedergeben”, fasst es Wolfgang Neudeck vom Dorfverein zusammen. Neben der Restaurierung des Uhrenwerkes und der Zeiger, soll eine neue Glocke gegossen und ein elektrisches Geläut eingebaut werden. Die vorhandene zweite Glocke muss überholt und die Elektroanlage im Kirchturm erneuert werden. Per Stimmzettel wurden alle Dobberziner unter anderem zu Glockenschlagzeiten befragt.Seit drei Jahren arbeiten der Verein und die Kirchengemeinde am Projekt. Bauherr ist die Kirche. Es wurden bereits Gutachten und Preisangebote eingeholt, Spendenbittbriefe an regionale Firmen versandt und Förderanträge u. a. bei der Bürgerstiftung der Sparkasse Uckermark, beim Denkmalschutz und beim Kulturfonds des Landkreises Uckermark sowie beim Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur in Potsdam gestellt, der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg sowie die Stiftung “Maßwerke Berlin” um Unterstützung für das Projekt gebeten und schließlich die Aufnahme in die Bußgeldliste der Gerichte erreicht. “Die Mittel sind ja überall knapp. Nicht überall waren wir erfolgreich”, räumt Wolfgang Neudeck ein. 21 900 Euro werden insgesamt benötigt. 19 000 Euro sind bereits durch Fördermittel der Bürgerstiftung der Sparkasse und Spenden der Dobberziner Agrar GmbH, dem ABE Angermünde, der Volksbank, Malermeister Voss, Firma Wrasse, IAB Pinnow, Ortsbeirat, Kirchengemeinde sowie Eigenleistungen zusammengekommen. Die noch fehlenden 3000 Euro soll eine Spendensammlung im Dorf erbringen.Am 21. September lädt der Dorfverein zum Chorkonzert und Herbstsingen in die Dorfkirche ein und will damit einerseits noch einmal die Spendentrommel rühren, vor allem aber allen Spendern und Unterstützern Dank sagen. “Wir sind sicher, dass es uns durch die Verbundenheit der Dobberziner mit ihrer Kirche gelingen wird, das Projekt im Herbst diesen Jahres abschließen zu können”, gibt sich Wolfgang Neudeck zuversichtlich. Die Elektroanlage wird bereits montiert. Die neue Glocke soll im September in Lehm gegossen werden.

Oliver Schwers 27.03.2013 23:46 Uhr
Red. Uckermark, schwedt-red@moz.de

Vier Uhren an einem Turm

Dobberzin (MOZ) Noch in diesem Jahr soll die Kirche von Dobberzin wieder eine Uhr erhalten. Engagierte Einwohner und Kirchgänger sammeln Spenden, um ab Herbst die Zeit vom Turm ablesen zu können. Gleichzeitig wollen sie ein Glockengeläut installieren.

Engagierte Einwohner: Klaus Kohlmay (l.), Wolfgang Neudeck und Horst Eickenjäger hängen alte Gedenktafeln auf.Foto: Oliver Schwers   Engagierte Einwohner: Klaus Kohlmay (l.), Wolfgang Neudeck und Horst Eickenjäger hängen alte Gedenktafeln auf.Foto: Oliver Schwers

Etwas vertrackt ist die Geschichte um die Zeitansage in Dobberzin. Denn schon 1834 stellt man bei einer Kirchenvisitation fest: Es gibt zwar eine Uhr, doch ist sie nicht in Betrieb. Ein Foto von 1910 zeigt das hölzerne Zifferblatt am Turm. Wann die größte Uhr des Ortes ihren Geist aufgab und damit auch der stündliche Glockenschlag verklang, ist nur noch schwer zu ermitteln. Doch daran stören sich aktive Kirchgänger, Einwohner und engagierte Kirchenfreunde nicht. Sie haben sich schon seit 2010 in den Kopf gesetzt, die Zeit wieder zu messen. Spätestens im November soll man wieder wissen, was die Stunde geschlagen hat. Von der alten Mechanik ist kaum noch etwas zu finden. Deshalb wird eine innerlich hochmoderne Uhr installiert. Außen jedoch zeigt ein historisierendes und nach möglichen Originalvorgaben angefertigtes Zifferblatt den unaufhaltsamen Gang der Zeit an. Und das erstmals in alle vier Himmelsrichtungen. Denn die Dobberziner sind so ehrgeizig, ihren weithin sichtbaren Turm komplett zu nutzen. So haben die Autofahrer auf der B 2 bei einem Seitenblick aus dem Fenster das riesige Zifferblatt vor Augen. Notwendig dafür sind vier einzelne Zeigertriebwerke und eine Mutteruhr.Auch wer nicht hinsieht, kann die Zeit verfolgen. Nach Abstimmung mit dem Gemeindekirchenrat und dem Pfarrer erhält die Kirche eine neue Glocke für den Stundenschlag. Voraussichtlich zwischen 8 Uhr morgens und 20 Uhr abends ist dann das Geläut zu hören. Dazu haben die Uhrenfreunde sogar eine schriftliche Befragung aller Dobberziner Haushalte vorgenommen. “Schließlich wollen wir ja niemanden stören”, erklärt Initiator Wolfgang Neudeck.Die komplette Installation samt Glockenguss, Fernsteuerung und Programmierung kostet voraussichtlich über 15 000 Euro. Sie sollen hauptsächlich aus Spenden und Stiftungen stammen. Seit 2011 sind Bettelbriefe an Firmen und Banken unterwegs. Zahlreiche Zusagen gibt es bereits. “Wir sind bisher überall auf Beifall gestoßen”, so Wolfgang Neudeck. Auch bei der jüngsten Einwohnerversammlung, bei der er das Projekt interessierten Zuhörern vorgestellt hat. Ab Mai läuft eine neue Runde der Spendensammlung an. Mit der Klingelbüchse gehen die Uhren-Betreiber dann von Haus zu Haus. “Wir wollen unserer Kirche wieder ein Stück vom alten Glanz zurückgeben”, so Wolfgang Neudeck. Das sanierte mittelalterliche Bauwerk wird nicht nur für Gottesdienste genutzt. Im Inneren zeigt eine kleine Ausstellung auf großen Tafeln die Geschichte des Ortes anhand von Dokumenten und Fotografien. Regelmäßig treten Sänger und Chöre auf. Und den Kirchenvorplatz halten engagierte Einwohner in Ordnung, um dort Feste zu feiern. Künftig können sie dabei auf die Uhr schauen.

MOZ 22.09.2011: Fünf auf einen Streich

E rst die Zeitung, dann der Kaffee: Horst Eickenjäger, Joachim Kuck, Klaus Kohlmay, Bernd Pieper, Walter Büttner und Melanie Reinsch (v. l.) beim Dobberzin (MOZ) Für das MOZ-Frühstück rührte Ortsvorsteher Joachim Kuck im Dorf ordentlich die Werbetrommel: Fünf Dobberziner warteten auf dem Hof von Horst Eickenjäger auf das morgendliche Kaffeekränzchen mit Kuchen und Gebäck in der umgebauten Scheune.Frühstück in der gemütlichen Sofa-Ecke. Die fünf Dobberziner engagieren sich nicht nur gemeinsam im Dorf.  © MOZ

Auf dem Ecksofa unter dem Regal mit Bierkrügen und mit Blick auf eine alte Erntekrone treffen hier regelmäßig Alt-und Neudobberziner aufeinander. Denn Horst Eickenjäger stellt seinen Schuppen mit den antiken landwirtschaftlichen Geräten gerne zum Feiern zur Verfügung. „Horst ist die Seele im Dorf, egal was man braucht, er ist immer da“, sagt Klaus Kohlmay und greift sich ein Stück Gebäck aus der Pappschachtel. Die verbalen Blumen bekommt Kohlmay sofort zurück: „Ohne die Zugezogenen wäre Dobberzin ein totes Dorf“, sagt der 75-jährige Gastgeber Horst Eickenjäger, der schon seit seiner Geburt in Dobberzin wohnt – im ältesten Haus des Dorfes. Neubürger, das sind Klaus Kohlmay und Bernd Pieper. Jedenfalls in den Augen der Altbewohner. Die beiden Männer bauten in den 80er-Jahren einen Bungalow in der Kolonie am Mündesee. „Damals hatte man noch wenig Kontakt zum Dorf“, erinnert sich der 65-jährige Kohlmay, der inzwischen stellvertretender Vorsitzender des Dorfvereins ist. Er zog damals von Schwedt nach Dobberzin. Warum die Wahl des Wohnortes auf den Angermünder Ortsteil fiel, kann der zugezogene Bernd Pieper schnell beantworten: „Schwedt war eine reine Wohnstadt. Es hat uns da rausgezogen. Dobberzin liegt verkehrstechnisch gut. Man hat eine Busverbindung nach Angermünde und ist schnell auf der Autobahn. Außerdem ist da natürlich der Mündesee.“Den Alteingesessenen war die Kolonie damals ein Dorn im Auge. „Da war früher viel Neid, was da für ein Wohlstand mit Häusern mit Spülklos entsteht“, sagt Joachim Kuck. Doch das änderte sich im Laufe der Zeit. Mindestens seit der 750-Jahr-Feier in Dobberzin vor sieben Jahren sind die Bewohner zusammengewachsen. Wobei die Meinungen auseinandergehen, wie alt Dobberzin wirklich ist. Ginge es nach einer Urkunde, die die Bewohner fanden, wäre das Dorf nur ?650 Jahre alt. Aber die Männer sind sich sicher, dass das ein Schreibfehler ist. Für das Jubiläumsfest 2004 gründeten sie extra den Dorfverein. „Von den knapp 300 Dobberzinern sind etwa 70 eingetreten“, so Joachim Kuck, der auf einem „Filetgrundstück“ am Gutshof vor dem Mündesee wohnt. Offensichtlich entdecken das Dobberziner-Nest auch andere für sich. Denn das Dorf wächst. „Ins Dorf ziehen viele junge Familien. Wir haben hier 30 Kinder bis 14 Jahre. Die Veralterung und Vergreisung, die andere Städte betreffen, gibt es bei uns nicht“, erzählt Ortsvorsteher Joachim Kuck zufrieden. Ohnehin schreiben sich die Dobberziner die Jugend groß auf ihre Fahnen. „Wir wollen, dass die Jugend hier bleibt und nicht abzieht“, sagt Klaus Kohlmay. Mit kleinen Aktionstagen will der Dorfverein den Kindern Berufe in der Region nahebringen. „Wir fahren zum Beispiel zum Steinmetz und zeigen den Kindern die Werkstatt oder backen zusammen mit einer Konditorin Plätzchen“, beschreibt er das Dobberziner Zukunftsprojekt. Auch eine Fußballjugendmannschaft entstand im vergangenen Jahr. „Darauf sind wir sehr stolz“, sagt Bernd Pieper, der auch zum Vorstand von Grün-Weiß Dobberzin gehört. So gut ging es den Kindern im Dorf nicht immer. „Es gab viel Arbeit damals“, erinnert sich Horst Eickenjäger an seine Jugendzeit. Mit Pferdewagen fuhr die Familie nach Schwedt zum Holz holen – manchmal sogar mehrmals hintereinander. ?Befestigte Wege gab es damals nicht und drei Häuser mussten sich eine Wasserpumpe teilen. „An der Pumpe hörte man den neuesten Dorfklatsch, da hat man gestritten und sich in die Haare bekommen“, erzählt der Ur-Dobberziner. Die Zanderecke, so sind sich die fünf Männer einig, gehört heute zu einem der beliebtesten Treffpunkte im Dorf. „Das ist die schönste Ecke zwischen dem Gutshaus und dem Mündesee“, findet auch Kohlmay. Denn wenn nicht bei Horst Eickenjäger gefeiert wird, dann am Wasser.

MOZ 21.06.2011: Taschengeld für die Ortsbeiräte

 Bruchhagen (moz) Was macht man mit zwölf Euro pro Kopf und Jahr? So viel bekommen die 23 Angermünder Ortsteile als sogenannte Verfügungsmittel, über die die Ortsbeiräte frei entscheiden können. Insgesamt werden aus dem städtischen Haushalt dafür in diesem Jahr 73 900 Euro bereitgestellt. Seniorenweihnachtsfeier, Dorffest, Blumensträuße für runde Jubiläen, Zuschüsse für Vereine – das haben fast alle Ortsbeiräte auf der Prioritätenliste für das „Taschengeld“, das sie zur freien Verwendung aus dem Stadthaushalt ausgezahlt bekommen. Zwölf Euro pro Einwohner im Jahr, ein Euro im Monat – die Summe bleibt konstant. Vorerst bis 2012, versichert Stadtkämmerin Margitta Behm, die als Dezernentin auch ganz besonders für den ländlichen Raum verantwortlich ist. Die Verfügungsmittel werden hauptsächlich für Kultur- und Vereinsarbeit verwendet. Entscheiden können die Ortsbeiräte allein, abgerechnet wird bei der Stadt. Die Dörfer haben sich notgedrungen eingerichtet mit dem, was sie haben. „Es wird genug gemeckert. Wir kommen mit unseren 2100 Euro aus und wollen vor allem die Geselligkeit im Dorf fördern, beispielsweise mit dem Dorffest und der Rentnerbetreuung“, sagt der Bruchhagener Ortsvorsteher Rolf Neujahr. Werterhaltung wird viel in Eigeninitiative geleistet. Joachim Kuck, Ortsvorsteher in Dobberzin, schwört auf den guten Zusammenhalt in seinem Ortsteil und freut sich über die vielen Kinder. Die Einwohnerzahl wächst, die Verfügungsmittel auch. 3400 Euro gibt es in diesem Jahr, 3600 Euro 2012. Klar, dass für Kinder, Jugend und Familien deshalb besonders viel getan wird. Kinderfest, Halloween, Spielplatz. Vieles wird ehrenamtlich organisiert, ein paar Zuschüsse gibt es aus dem Verfügungsfonds. Und auch die Senioren werden bedacht. „Der obligatorische Blumenstrauß zu runden Jubiläen ist das eine, das persönliche Gespräch, wenn wir als Ortsbeirat die Jubilare besuchen und Zeit mitbringen, ist nicht mit Geld aufzuwiegen“, meint Joachim Kuck. Frauenhagen hat viele Vereine zu bedenken: Dorfverein, Chor, Handarbeitszirkel, Töpferzirkel, Seniorentreff – 4900 Euro reichen 
da nicht für alle Wünsche. Auch das Dorf- bzw. Brunnenfest soll gefeiert werden, die Kita nicht leer ausgehen. Obendrein leistet sich Frauenhagen sogar ein Begrüßungsgeld für Neugeborene in Höhe von 100 Euro. Dringend notwendige Investitionen wie die Sanierung des Gutshauses müssen aus anderen Töpfen finanziert werden 
und sind noch Zukunftsmusik. In Wilmersdorf gehen von den 2800 Euro rund 1000 für das Dorffest im August drauf, ein Höhepunkt, der von vielen Vereinen mit vorbereitet wird, berichtet Ortsvorsteher Friedrich Stolpe. Auch die werden aus dem Verfügungstöpfchen bezuschusst. Ob es jedes Jahr ein Dorffest sein muss, wenn überall gleichzeitig gefeiert wird, stellt Marion Offergeld, Ortsvorsteherin in Steinhöfel, in Frage. Gema-Gebühren, Toiletten und Musik kosten viel Geld und man muss immer eine Attraktion bieten, um die Leute hinterm Ofen vorzulocken. Im vergangenen Jahr verzichtete der Ort darauf und kaufte lieber Spielgeräte für den Spielplatz. Einen Sandkasten haben Eltern obendrein in Eigeninitiative und auf eigene Kosten gebaut. Etwas Geld der insgesamt 2400 Euro wird für Instandsetzungen oder 
neuen Spielsand beiseite gestellt.

 

MOZ 04.04.2011: Frost raus, Bagger rein

Angermünde (moz) Klotzen statt Kleckern, das ist für die Straßenbauer jetzt oberstes Gebot. Der lange Winter hat Baustellen länger als geplant lahm gelegt. Auf Angermündes größter Straßenbaustelle, in der Breitscheidstraße, wird nun wieder emsig gebuddelt, gebaggert und gepflastert. Endlich dröhnen die Bagger wieder. Selbst für Anwohner der Rudolf-Breitscheidstraße ist der Baulärm fast Musik in den Ohren, wissen sie doch, dass die monatelangen Behinderungen durch Vollsperrungen und ständig wechselnde Umleitungen dann ihrem Ende näher rücken. Der frühe Wintereinbruch im vergangenen Jahr und der lange Dauerfrost im Boden, an dem sich die Bagger die Zähne ausgebissen hätten, sorgten für eine extrem lange Zwangspause, in der sich nichts rückte und rührte. Erst seit etwa zwei Wochen ist der Frost aus dem Boden gewichen und wieder Leben auf Angermündes größter Baustelle zurückgekehrt. Die Rudolf-Breitscheid-Straße, eine Kreisstraße, wird grundhaft ausgebaut. Das bedeutet, dass nicht nur der holprige Belag der Pflasterstraße ausgebessert wird, sondern der gesamte Straßenkörper samt Unterbau und Regen- und Schmutzwasserleitungen erneuert und auch Gehweg, Radweg und Parktaschen zum Teil ganz neu gebaut werden. Landkreis und Stadt teilen sich Arbeit und Kosten. Für die eigentliche Fahrbahn ist der Landkreis, für Gehwege die Stadt verantwortlich. Hauptauftragnehmer ist die Angermünder Straßen- und Tiefbau GmbH. Zurzeit wird der Regen- und Schmutzwasserkanal im Bereich Joachimsthaler Straße und Bergstraße erneuert. Bis zu sieben Meter tief wird gegraben, um die neuen Rohre zu verlegen und Anschlüsse zu erneuern. Voll gesperrt ist die Breitscheidstraße deshalb zwischen Abfahrt zum Einkaufsmarkt Angerzentrum und der Kreuzung Pestalozzistraße. Heikel sind die Bauarbeiten durch das Krankenhaus mittendrin, dessen Zufahrt immer gewährleistet sein muss. Nach Auskunft der Baufirma ist ab heute die Zufahrt zum Krankenhaus über die Joachimsthaler Straße wieder gewährleistet. Dafür wird die Bergstraße zur Sackgasse. Umleitungen müssen nicht nur die Kraftfahrer in Kauf nehmen, auch Fußgänger leben mit Behinderungen, weil der Gehweg zwischen Pestalozzistraße und Krankenhaus erst dann fertiggestellt werden kann, wenn die neuen Schmutzwasserleitungen verlegt und die Anschlüsse ausgetauscht sind.Der Straßenbelag und auch die Parktaschen sind auf diesem Abschnitt schon fertig. Gesperrt bleiben muss die Straße dennoch, um Bauarbeiten und Bauarbeiter nicht durch Autoverkehr zu behindern oder gar zu gefährden.Läuft alles nach Plan, könnte die Rudolf-Breitscheid-Straße als eine der wichtigsten Verkehrsadern der Stadt bis Oktober fertig sein und wieder frei gegeben werden. Doch schon steht die nächste Großbaustelle in Aussicht. Die Prenzlauer Straße soll als Kreisstraße zwischen dem Abschnitt Uckermark-Center und Abzweig Mürow erneuert werden. Die Stadt will in diesem Zuge auch die Gehwege sanieren und den Radweg bis zum ABE-Baumarkt fortsetzen, der jetzt an der Kreuzung Richtung Mürow endet und erst an der Tankstelle wieder beginnt. In der überarbeiteten Straßenausbaukonzeption der Stadt bis 2015, die derzeit beraten wird, sind auch kommunale Straßen als dringlich eingestuft, zum Beispiel die Oderberger Straße, die Birkenallee, die Pestalozzistraße, der Radweg zwischen Kerkow und Dobberzin, die Zufahrt zum Strandbad Wolletzsee oder die Ortsverbindung zwischen Kreisstraße und Ortseingang Zuchenberg.

MOZ 10.02.2011: Kraftpakete im einsamen Wald

Wolletz/Dobberzin (moz) Wer von ökologischer Waldbewirtschaftung spricht, kommt an den Holzrückern nicht vorbei. Die Männer mit ihren kräftigen Pferden haben die Vorherrschaft der Maschinen überlebt – und leiden heute unter fehlendem Nachwuchs. Ralf und Jens Fangerow aus Dobberzin sind zwei der wenigen Holzrücker in der Uckermark.

  Anschub: Mit fast einer Tonne purer Körperkraft zieht Walli, das deutsch-rheinische Kaltblut, unter der Führung von Ralf Fangerow die Holzstämme zu einer zentralen Sammelstelle. © Christina Schmidt

Stille liegt über dem Stadtwald am Wolletzsee. Hin und wieder durchdringt ein Motorengeräusch die winterliche Idylle. Tiefer im Wald, abseits von kleineren Waldwegen entdeckt man sie: Zwei Männer und ihre Pferde. Holzrücker bei der Arbeit. Und die läuft still ab. Hin und wieder sind Kommandos zu hören. Sonst nur das Schnaufen der Pferde, wenn sie mit geballter Körperkraft von mehr als 800 Kilogramm die Holzstämme zu einer zentralen Sammelstelle rücken. „Der Wald soll so ursprünglich wie möglich bleiben. Ohne die Holzrücker würden wir in unwegsamem Gelände nicht weit kommen“, sagt Försterin Kristina Wendt. Ihr Reich ist der Wolletzwald. 400 Hektar groß, dicht mit Buchen, Lerchen, Kiefern und Eichen bewachsen, hügelig mit einem Gefälle von teilweise mehr als 20 Metern. Kein Gelände, in denen Maschinen es weit bringen. Sie übernehmen erst auf Waldwegen, die breit genug sind. „Sie würden sonst viel zu große Flurschäden anrichten“, weist die Försterin hin. Dass die schweren Kaltblutpferde wahrlich unersetzbare Helfer sind, wird hier besonders deutlich. Zwei der wenigen Holzrücker, die es in der Uckermark überhaupt noch gibt, sind die Brüder Fangerow aus Dobberzin. Im Angermünder Stadtwald hat Ralf Fangerow seinen Kollegen Bert Dobbermann mitgebracht. Beide sind gut gelaunt, trotz frostiger Temperaturen. „So schnell wird uns nicht kalt“, scherzt Ralf Fangerow. Auch den schweren Pferden nicht, ihr Fell ist verschwitzt, sie sind hochkonzentriert. Körperliche Anstrengung und die geistige Höchstleistung, die die Tiere bei der Arbeit vollbringen müssen, strengen an. „Wir machen regelmäßige Pausen, richten uns dabei aber vor allem nach den Pferden“, berichtet Bert Dobbermann. Je nach Witterung ist nach fünf bis sechs Stunden der Arbeitstag beendet. Nicht nur die Tiere, auch ihre zweibeinigen Führer an den Leinen wissen dann, was sie getan haben. „Wir arbeiten viel in gebückter Haltung, das geht auf die Knochen“, sagt Ralf Fangerow. Seit 12 Jahren ist er bereits im Geschäft, kennt jeden Handgriff, weiß, wie er das Gewirr aus Leinen und Ketten so um die Holzstämme legt, dass sein Pferd sie transportieren kann.

MOZ 13.10.2009: Ackern für den Artenschutz

Dobberzin: Das Junior-Ranger-Programm der Naturwacht Brandenburg wurde zum zweiten Mal zum UN-Dekadeprojekt Bildung für nachhaltige Entwicklung gekürt. Hinter dem etwas sperrig klingenden Titel verbirgt sich der Anspruch, Kinder und Jugendliche zum bewussten und verantwortungsvollen Umgang mit den natürlichen Ressourcen ihrer Heimat zu befähigen. Ob bei der Artenerfassung, bei Exkursionen, Arbeitseinsätzen im aktiven Umweltschutz oder bei Rollenspielen lernen die Kinder kennen, was zu schützen ist, damit die (Um-)Welt ihrer Zukunft bunt und gesund bleibt.

Vitamine aus märkischem Boden: Junior Ranger aus der Blumberger Mühle haben alte Kartoffelsorten aus der Greiffenberger Schaugõrtnerei auf einem Acker in Dobberzin angebaut und beobachtet. Jetzt ist Erntezeit. ©

Sie tragen so klangvolle Namen wie Linzer Rose, Amsel oder Bamberger Hörnchen, sind fast ausgestorben und doch knackfrisch “und superlecker!” Das finden die Jungen und Mädchen der Junior-Ranger-Gruppe aus der Blumberger Mühle, als sie ihre selbst geernteten alten Kartoffelsorten frisch aus dem Feuer verkosten. Was haben junge Naturschützer mit Kartoffeln zu tun? “Die Kinder lernen, wie Landwirtschaft heute und früher funktionierte, was der Unterschied zwischen ökologischer und konventioneller Landwirtschaft ist und warum Artenvielfalt auch bei Kulturpflanzen so wichtig für die Nachwelt ist”, erklärt Gruppenleiterin und Naturwächterin Elfi Laack. Dafür haben die Junior Ranger nicht nur Agrarbetriebe besucht, sondern ackern buchstäblich auch selbst. In Dobberzin stellte Hobbylandwirt Siegfried Gaudeck den Kindern einen kleinen Acker zur Verfügung, auf dem sie selbst Kartoffeln pflanzten, das Gedeihen beobachteten, Unkraut jäteten, Kartoffelkäfer absammelten und schließlich die Früchte ihrer Arbeit ernteten. Die Kartoffel steht in diesem Jahr ohnehin im Mittelpunkt des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin und das Kartoffel-Projekt der Junior-Ranger reiht sich darin ein. Gemeinsam mit Naturwacht, Landwirten, Gärtnern, Gastronomen, der Schaugärtnerei Greiffenberg und dem Förderverein für kulturelle und regionale Entwicklung Kranichland als Projektträger wurden alte Kartoffelsorten angebaut, Informationsveranstaltungen, Ausstellungen und Feste rund um die Kartoffel organisiert und die Knolle in Restaurantküchen zu Gaumenfreuden veredelt. Gerade dieses Miteinander mit vielen Partnern, das aktive Erleben und Fördern regionaler Kreisläufe in einer Kulturlandschaft wie dem Biosphärenreservat, sei ein Aspekt der Junior-Ranger-Arbeit, der auch erneut von den UNESCO-Juroren als beispielhaft bewertet wurde. Hinter der erneuten Anerkennung steckt viel Arbeit für die Koordinatorin des Junior-Ranger-Programms in Brandenburg Betina Post und die Naturwächter in den Schutzgebieten. “Wir mussten nachweisen, dass wir unsere Bildungsarbeit für rund 300 Junior Ranger und Teilnehmer von Arbeitsgemeinschaften und Ganztagsschulen im Land zwischen 5 und 16 Jahren konsequent weiterentwickelt haben und damit in die Öffentlichkeit gehen.” Dafür wurden neue Projekte entwickelt, Faltblätter entworfen und der Internetauftritt auch von den Kindern neu gestaltet. Die Angermünder Junior-Ranger-Gruppe ist vor fast 15 Jahren als eine der ersten im Land gegründet worden. Viele Elemente des Brandenburger Junior-Ranger- Programms wurden hier praxiserprobt und weiterentwickelt. Am Sonntag wird das Kartoffel-Kultur-Projekt mit einem großen Kartoffelfest von 11 bis 16 Uhr in Parlow beendet.

MOZ 13.08.2008: Spaß-Regatta auf dem Mündesee

 

 

Dobberzin Auf dem Mündesee hat zum zweiten Mal eine Spaß-Ruderregatta für die ganze Familie stattgefunden. Der Dorfverein Dobberzin hatte das Spektakel erneut organisiert. “Die Ruderregatta soll zu einer Tradition werden”, erklärt der stellvertretende Vorsitzende Klaus Kohlmay. Wer an der Ruderregatta teilnahm, konnte auf dem 300-Meter-Kurs keine olympische Medaille gewinnen. Trotzdem gab jeder sein Bestes. “Schließlich ging es um die Ehre, Urkunden und kleine Präsente für die ersten Plätze”, berichtet Kohlmay. Und: “Auf manche Zieleinläufe musste wir aber etwas länger warten. Einige fanden bei starkem Wind die Wendeboje nicht, andere behinderten sich gegenseitig oder hatten zur Freude der Zuschauer erhebliche Koordinationsprobleme beim Umgang mit dem Ruder.” Die Ruderregatta zählte 48 Teilnehmer. Viele im Dorf hatten zum Gelingen beigetragen.

MOZ 29.05.2008: Grüße von der Liebesinsel

Für Dobberzin ist durch den Ortsbeirat eine Dorfentwicklungskonzeption erarbeitet worden. Die Bestandsaufnahme erfolgte von Juli 2007 bis April 2008 unter Einbeziehung der Dorfbewohner. “Wenn die Kreisstraße fertig ist, sollten wir anfangen, den Dorfanger zu gestalten”, sagt Ortsbeiratsmitglied Günter Sattler. Er stellte das Konzept für Dobberzin bereits in verschiedenen Ausschüssen vor. Der Ortsbeirat zählt den Dorfanger genauso wie den Wiederaufbau des alten Gutshauses zu den Schwerpunktaufgaben im Ort. Beim Straßenbau wird der Lückenschluss zwischen der Dorfstraße und dem Abzweig Bungalowgebiet Thekenberg und die Sanierung der Kerkower Straße als wichtig angesehen. Eine Prioritätenliste umfasst insgesamt 20 Projekte. Um sie verwirklichen zu können, muss die Stadt Angermünde, zu der Dobberzin gehört, Geld bewilligen. Was von den Dobberziner Ideen in den nächsten Jahren verwirklicht werden kann, steht noch nicht genau fest. Für Dobberzin lag bislang keine Dorfentwicklungsplanung vor. Die Vergangenheit habe aber gezeigt, dass für die Weiterentwicklung von Dobberzin ein konzeptioneller Vorlauf unbedingt erforderlich sei, so der Ortsbeirat. Sattler: “Unser Papier wird nicht im Schrank liegen und verschimmeln.”

MOZ 16.05.2008: Zigeunerromantik mit 1 PS

Angermünde Ein besonderes Gefährt zieht dieser Tage staunende Blicke auf sich. Mit einem hölzernen Planwagen zuckeln Großeltern und Enkel durch die Uckermark und machen Abenteuerferien mit Zigeunerromantik. Das Schönermarker Pferdeparadies hat mit seiner neuen Touristenattraktion auch unter Einheimischen seine ersten begeisterten Fans gefunden. Familie Kohlmay aus Dobberzin verbringt mit den Enkelkindern die Pfingstferien mit Pferd und Wagen und entdeckt ihre Heimat Uckermark auf ganz neue, intensive Weise. Warum in die Ferne schweifen?

  Ferien mit Pferd und Wagen. Klaus und Bõrbel Kohlmay genie▀en mit den Enkeln Zigeunerromantik. ©

“Opa macht immer mit uns solche Abenteuer”, schwärmen die Enkel Paul (9) aus Pinnow und Paul (10) und Pit (7) aus Berlin. Doch bevor das neue Urlaubsvergnügen mit Pferd und Wagen startet, müssen die Hobbykutscher eine ausführliche Einweisung auf dem Schönermarker Pferdehof mitmachen. “Außerdem ist das Pferd super lieb und ganz ruhig”, rufen die Jungs, die natürlich auch mal die Zügel halten dürfen. Und als das Kaltblut auf einer Anhöhe nicht mehr weiter wollte, sprangen alle vom Wagen und schoben es den Berg hinauf. Selbst Oma Bärbel hat ihre anfängliche Scheu überwunden und genießt den ungewohnten Blick hoch auf dem Kutschbock in die weite uckermärkische Landschaft und den Komfort, den der ausgebaute Planwagen bietet: Bequeme Betten, Gaskocher sogar Kühlschrank.

 

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