Gutshaus und Bebauungsplan

In der gestrigen Sondersitzung des Ortsbeirates gab es nur einen Tagesordnungspunkt: die erneute Beschlussvorlage zur Änderung des Bebauungsplanes. Der Ortsbeirat hatte bereits im November dagegen gestimmt.

Die Änderungen eines Bebauungsplanes geben den Rahmen für eine Bebauung vor. Wir wollten jedem Dobberziner die Möglichkeit geben sich direkt über die geplante Änderung zu informieren. Nur in dieser Phase ist es nämlich möglich, Einfluss auf eine künftige Bebauung zu nehmen.

In anschließenden Gesprächen stellte sich heraus, dass Einigen unklar blieb, worum es geht. Daher hier noch einmal ein klares Statement:

Ja zur Entwicklung des Gutshofes. Mit Fingerspitzengefühl!

Viele Einwohner, auch der Ortsbeirat selbst waren über die Pläne schlecht informiert worden. Wir haben daher zu der Einwohnerfragestunde eingeladen. Durch unser Anschreiben an jeden Haushalt wollten wir die Wichtigkeit einer Diskussion hervorheben.

Wir hoffen, unser Versuch eine Öffentlichkeit zu diesem Thema herzustellen wurde auch so verstanden. Es konnte keine Abstimmung der Einwohner, sondern nur eine Abstimmung des Ortsbeirates geben. Ihre Diskussionsbeiträge in der Einwohnerfragestunde dienten unserer Meinungsbildung.

Vielen Dank für Ihre Teilnahme!
Der Ortsbeirat.

So informierten wir:

Das Gutshaus ist und bleibt das grösste Gebäude im Ort. Die prominente Lage direkt am See mit noch unverstelltem Blick auf das Panorama des Sees mit Angermünde im Hintergrund erfordert Fingerspitzengefühl beim Neubau.

Vorgesehen ist die Bebauung mit einem Gebäude mit 3 Vollgeschossen und 12m Höhe. Zusätzlich soll es eine Bebauung in 2. Reihe mit 5 Reihenbungalows geben. Dies führt zu einer erheblichen Veränderung des Ortsbildes von Dobberzin an seiner historischen Mitte.

Wir möchten, zusammen mit dem Kaufinteressenten, eine einvernehmliche Lösung finden. Dazu laden wir herzlich ein die Planungsunterlagen einzusehen und sich selbst eine Meinung zu bilden.

7 Gedanken zu „Gutshaus und Bebauungsplan

  1. Steffen Lenz

    Hallo die Herren,

    ich möchte Ihnen an dieser Stelle meinen Respekt für Ihre Entscheidung gegen die Änderung des Bebauungsplanes aussprechen.

    Auch wenn eine einstimmige Entscheidung mehr Signalwirkung gezeigt hätte, so spiegelt die 2:1 Entscheidung aber auch die Schwiegigkeiten bezüglich des Themas wider. Mein gestriger Eindruck war, dass sich niemand gegen eine Veränderung am derzeitigen Zustands des Gutshauses ausgesprochen hat.

    Doch gerade weil es sich um einen prägenden Standort handelt, wurde doch deutlich, dass vor allem eine Bebauung in zweiter Reihe und die Art der Neubauung keine allgemeine Zustimmung fand. Seitens der Stadt und des möglichen Bauherren habe ich entsprechendes Fingerspitzengefühl für den Standort vermisst.

    Denn hier handelt es sich nicht um eine Brache (siehe Finanzamt), sondern um ein zwischenzeitlich gewachsenen Wohnstandort mit einem Spielplatz als zentralen Mittelpunkt und Treffpunkt. Dieser Standort wurde mit viel Eigenleistung der Bewohner entwickelt und gepflegt. Und genau hier habe ich sowohl seitens der Stadt als auch des Bauhherren Verständnis und vor allem Zugeständnisse im Umgang damit vermisst.

    Daher begrüße ich die Entscheidung des Ortsbeirates, sich nicht alleinig durch die Darstellung des Investors “blenden” zu lassen, sondern tatsächlich die Bedenken und Sorgen der Anwohner Rechnung zun Tragen.

  2. Michael Scholz

    Hallo die Herren,

    ich kann mich den Worten von Herrn Lenz nur anschließen.

    Jedoch möchte ich nochmals deutlich machen das eine durch die Stadtverordnetenversammlung beschlossene Änderung des B-Plan´s uns als Dobberziner vor vollendete Tatsachen stellen würde, denn seitens Herrn Schmidt gab es gestern keine Anzeichen oder Reaktion in irgend einer weise kompromissbereit zu sein.
    Und wie sich gestern ja auch zeigte und durch die Vertreter der Stadt bestätigt wurde hat Herr Schmidt nach der Änderung des B-Plans alle Möglichkeiten die beiden Baufenster so zu bebauen wie er möchte und es gab gestern auch kein Statement dazu ob er uns die gezeigten Entwürfe auch so Umsetzen möchte oder er bereit wäre diese eventuell Vertraglich festzuhalten.

    Daher bitte ich Sie auf der bevorstehenden Stadtverordnetenversammlung die Bedenken der Dobberziner Bürger nochmals vorzutragen sowie den Mitgliedern der Stadtverordnetenversammlung vielleicht deutlich erklären das sich Dobberzin nicht so einfach geschlagen gibt und man eventuell (ein Vorschlag meiner Seits) ein Normenkontrollverfahren gem. § 47 VwGO 2a anstrebt
    Voraussetzung hierfür ist, dass Sie bereits im Stadium der öffentlichen Auslegung Ihre Einwände gegen den Bebauungsplan erhoben haben.

    Zusätzlich gibt es eine Reihe von Gesichtspunkten, die gegen einen jeden B-Plan eingewandt werden können. Im einzelnen nenne ich beispielhaft Fehler im Verfahren, Fehler bei der Zuständigkeit, auch immer wieder Abwägungsfehler ( Ermessen – Das in § 1 VII BauGB enthaltene Abwägungsgebot hat nachbarschützenden Charakter auch hinsichtlich planexterner privater Belange, die für die Abwägung erheblich sind.)

  3. Matthias Martius

    Hallo Ihr Alle,
    gestern wurden viele positive und auch negative Argumente deutlich. Ich habe alle gehört und heute viel darüber nachgedacht. Herr Dallmann und Herr Lenz brachten Argumente die ich noch nicht bedacht hatte.

    Heute ist es wichtig auch an unsere Kinder zu denken was werden sie morgen tun? Wo werden sie hingehen dorthin wo es Arbeit gibt oder wo sie sich wohl fühlen. Ich würde mich riesig darüber freuen wenn sie hierblieben und den Ort nutzen den wir aufgebaut haben und glücklich sind.

    Der Umgang mit unseren Ressourcen bedeutet nicht nur Biogasanlagen und Windräder, Energiesparsame Autos und vieles mehr. Es bedeutet meiner Meinung auch sinvoll zu bauen mit Infrastruktur die alle im Dorf miteinander leben lässt. Zugebaute Orte ohne Charakter gibt es im Land genug.

  4. mn

    Guten Morgen,

    es wird immer wieder behauptet, dieser Investor sei die letzte Möglichkeit zur Entwicklung des Arials. Dabei waren die Chancen nie so günstig wie jetzt Interessenten mit wirklichem Gespür für solch eine Bebauung zu finden.

    • es darf abgerissen werden
    • es darf unter Gutachterwert verkauft werden
    • es darf wesentlich grösser gebaut werden

    Übrigens: Wer glaubt, dass alle Fakten ehrlich und vollständig auf dem Tisch liegen, wirft doch bitte einen Blick auf die geplante Höhe von 12 Metern.

    mit einem schönen Gruss,
    Marco Neuber

  5. Steffen Lenz

    Guten Morgen,

    das Foto von Herrn Neuber lässt für mich den Eindruck erwecken, dass den Einwohnern von Dobberzin auf der Versammlung am Dienstag falsche Tatsachen vermittelt wurden. Sowohl der Investor als auch die Stadt Angermünde haben mehrfach betont, dass der derzeitige Gutshof bereits eine Bauhöhe von 12m hätte. Das Foto beweist doch aber das klar das Gegenteil. Wollten Investor und die Stadt die Gelegenheit nicht nutzen, uns zu überzeugen? Allerdings: LÜGEN ÜBERZEUGEN NICHT!

    Ferner rufe ich jeden Dobberziner dazu auf, sich die Bauten neben dem Finanzamt mal anzuschauen. Der Investor hatte mehrfach betont, wie schön er doch die Grünflächengestaltung vornehmen möchte. Warum hat er diesen Geschmacksinn denn dann dort nicht bewiesen? So habe ich außer grünem Rasen, Wäschetrockenplätzen, einfachen Hecken an der Straße und Mülltonnenplätzen keine weiteren “gestalterischen Elemente” gefunden. Weder Bäume noch eine große Anzahl an Sitzplätzen habe ich dort vorgefunden. So möchte ich keinen neuen Gutshof vorfinden. Hier kann ich mich Herrn Martius nur anschliessen, trostlose und charakterlose Bauten haben wir andernorts genug!

    So stelle ich mir keinen prägenden Standort in Dobberzin nicht vor!

    Steffen Lenz

  6. Lars Leonhardt

    Hallo Miteinander,
    hier meine Meinung:
    Wir wollen weiterhin unser großräumiges naturbelassenes Umfeld zum Zandereck am See. Wir wollen eine „ typisch Dobberziner Ansicht“ unseres Dorfes vom See mit einem ansehnlichem Bild vom Gutshaus, das die bereits in den letzten Jahrzehnten durchgeführten Veränderungen/Investitionen im Dobberziner Dorf mit jedem Bauvorhaben, ob umfangreiche Erschließung durch die Stadt oder durch verantwortungsvolle private Investition, im gleichen Stil und Sinne fortgeführt werden. Wir wollen ein Dobberzin hinterlassen, in dessen Kern sich auch zukünftig unsere Kinder mit ihren Familien wohlfühlen.
    Alle wollen wir an Stelle des alten Gutshauses ein schönes überarbeitetes oder auch neues vor allem aber ansehnliches Gutshaus.
    Sollten wir nicht misstrauisch sein, wenn sich im Nachgang einer verzerrten Informationsmöglichkeit zum neuen Bauvorhaben herausstellt, dass sogar die Verantwortlichen der Stadt für Bauangelegenheiten Argumente des Bauherren zum Neubau auf 12m Höhe stützen, da das alte Gutshaus 12 m Höhe hätte, die vor Ort gemessen 9m ergeben? Sollten wir nicht kritisch forschen, wenn frühere Investoren in ihrem Vorhaben zur Restaurierung des vorhandenen Gutshofes eingeschränkt wurden und heute sogar der Abriss des alten Gutshofes und eine mögliche Bebauung mit „5 Billigbungalows“ in der zweiten Reihe seitens der Stadt Angermünde geduldet wird. Warum sollten solche Gedanken als Verschwörung biertrinkender „Neubürger“ interpretiert werden? Wir dürfen nicht zulassen, dass solche Behauptungen Gräben zwischen der Dobberziner Dorfgemeinschaft ziehen!
    Ich bin stolz auf die vielen sinnvollen und unterschiedlichen Meinungen unserer alten, jungen und „neuen“ Dobberziner Bürger, ob in Einwohnerversammlung oder Mitgliederversammlung des Dorfvereins, die wenn man zulässt sie zu hören, auch die eigene Meinung verändern können. Ich bin stolz auf unsere Bürgervertreter, die sich trauen die „Kröte“, nicht ohne weiteres in Torschlusspanik zu schlucken.
    Hier mein Wunsch an die Stadtverordneten in Angermünde:
    Nehmt Eure Verantwortung war, findet einen Kompromiss:
    zum Thema Parkplätze, Baustil und Bebauung in zweiter Reihe, der nicht nur auf mündlichen Zusagen beruht!
    Hört auf die Hinweise, die vom Dobberziner Ortsbeirat den Dobberziner Bürgern und vom Dobberziner Dorfverein kommen! Scheut keine Mühe und Zeit!
    Die Dobberziner leben Euch das vor!

    Lars Leonhardt

  7. Michael Schulz

    Dobberzin ist Herzenssache.

    Über Jahrhunderte gut gewachsen und seit der Verwaltung durch die Stadt Angermünde, dank des feinfühligen Engagements unserer Ortsvorsteher und Bürger, behutsam in die Gegenwart geführt.

    Wir haben viel neues zugelassen und uns Altes bewahrt.

    Doch nun scheint es uns an den Kragen zu gehen. Ein Stück Geschichte sollen wir hergeben, für Bauwerke, welche nutzungs- und bautechnisch lediglich auf höchstmögliche Margen abzielen.

    Ein sehr wohl ausgemachtes Ziel des uns vorgestellten Investors, wenn man auf die Referenzen desselben in Angermünde blickt.

    Der Druck einer schnellen Vermarktung durch diesen potenten Investor, wie ein solcher uns so schnell nicht wieder erscheinen soll, wirkt eher beängstigend, wenn man erwägt, dass unsere Stadtverwaltung mit diesem Deal noch andere Befindlichkeiten deckelt.

    Die Falschinformation der Bauverwaltung zur Höhe des Neubaus unterstreicht das jedenfalls deutlich. Meines Erachtens müsste die Messung sogar ab Oberkante Fundament = Oberkante Gelände an höchster Stelle beginnen. Also dort, wo der Assistent den den Zwei-Meter-Gliedermaßstab anhält. Danach wird das Gebäude satte 4m höher.

    Es scheint auch sehr anrüchig, wenn man dem Irrsinn derart großzügig entgegen kommt:
    – Abriss eines dorfprägenden Gebäudes
    – Neubau eines Funktionsgebäudes mit entsprechend gewöhnlicher Ansicht und noch wuchtigerer Höhe an anderer Stelle
    – Bau geschmackloser Bungalows in zweiter Reihe, welche sich, der guten Lage wegen, sehr profitabel verkaufen lassen
    – Änderung eines bestehenden und durchdachten Bebauungsplanes für ein unschlüssiges Konzept

    Noch dazu gibt überhaupt keinen Grund, der dieses schnelle und unbedachte Handeln rechtfertigt.
    Es sei denn, der Gutshof ist Teil und Motivation für eine größere Sache.

    Es ist nur folgerichtig, wenn die Stadtverordneten die Entscheidung unseres Ortsbeirates respektieren!

    Die wirklich exponierte Lage des Gutshauses wird auf kurz oder lang den Interessenten auf den Plan rufen, der die Vorzüge dieser Immobilie erkennt und entsprechend nachhaltig entwickelt.

    Seit der Sondersitzung bubbert’s in meinem Herzen, wenn ich darüber nachdenke. Beruhigend, gute Leute im Ortsbeirat zu wissen.

    hektor

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